Georgien Teil 2

von Armenien (Vanadzor, Klosterstrasse) nach Tiblisi, Höhlenkloster David Garedzha, Kachetinische Weinstrasse, auf der Heeresstrasse bis zur Russischen Grenze, durch das Kernland Georgiens zur Hafenstadt Poti und zurück über Batumi nach Trabzon (Türkei)

Tiflis, Hauptstadt Georgiens. Breite Alleen ziehen sich dem Fluss Mtwkari entlang, an dessen teils steilen Hängen sich die Stadt, überthront von einer mittelalterlichen Festung, ausbreitet.

Die Altstadt mit ihren balkonbewehrten, bunten Häusern hat zwar auch schon bessere Zeiten gesehen, sie versprüht aber Charme und mancherorts sind auch Renovationsarbeiten im Gange.

Prachtvoll dann hingegen präsentiert sich der Rustaveli Prospekt mit seinen internationalen Geschäften, dem Regierungsgebäude oder dem neuen, kurz vor der Vollendung stehenden Kempinski-Hotel.

Den Rest des Tages verwenden wir dazu, zum abgelegenen Höhlenkloster Davit Gareja zu fahren. Der Weg führt zuerst durch üppige Obst- und Weingärten, doch plötzlich befindet man sich in einer um diese Jahreszeit saftiggrünen, weitgehend baumlosen Steppe, die grossen Schaf- und Rinderherden ideale Voraussetzungen bieten.

Anfangs ist die Strasse neu geteert, dann wird sie zunehmend schmaler und holpriger und bringt uns auf eine Anhöhe, die uns bis weit nach Aserbeidschan blicken lässt. Dann schlägt der Weg einen Bogen und führt einem Berg entlang, bis er bei einem Parkplatz endet. Zu Fuss nehmen wir die letzten Meter zum Kloster in Angriff. Ein Mönch gibt uns einen Tipp, wie wir mit dem Rollstuhl einfacher zum Hof des Klosters kommen. Anders als Wardzia, das nur aus Höhlen bestand, von denen einige wenige zugemauert waren, wurde Davit Gareja mit einer hohen Wehrmauer und einem burgähnlichen Wohnhaus versehen.

Detail Davit Gareja

Wieder zurück auf der Hauptroute, gelangen wir schon bald auf die Weinstrasse Georgiens, und wenig später sehen wir zum ersten Mal die schneebedeckte Bergkette des Hohen Kaukasus. Ein Dorf reiht sich an das nächste, und unter- oder oberhalb der Dörfer wird hauptsächlich Rebbau betrieben. Wer hier aber eine malerische Weinstrasse erwartet, wie es sie in Europa in den verschiedenen Weinbauregionen zuhauf gibt, wird wohl enttäuscht sein, denn es fehlt das schmucke, gepflegte Ambiente und man vermisst heimelige Lokale, wo der Rebensaft bei einer lokalen Spezialität probiert werden kann. Erst vor dem Hauptort Telawi machen wir zwei Abfüllanlagen ausfindig, wo man die Produkte auch degustieren könnte, da heute aber Sonntag ist, bleiben die Tore verschlossen.

Der Ananuri-Stausee

Gerade rechtzeitig zum „Feierabend“ erreichen wir die Festung Ananuri. Unten am Seeufer finden wir einen ruhigen Stellplatz mit Blick auf den See und die Berge des Kaukasus auf der einen und auf die imposante Festung zur anderen Seite.

Alpaufzug auf der "Heeresstrasse" im Kaukasus

Auf dem 2'400 Meter hohen Kreuzpass

Blick Richtung Kasbegi

Uns interessiert aber die russische Grenze, und deshalb fahren wir weiter in die eindrückliche Darjal-Schlucht. Zwar heisst es, dass die Grenze für Ausländer gesperrt sei, aber mal einen Augenschein nehmen kann ja nichts schaden, zumal sich das frostige Verhältnis zwischen Russland und Georgien während den letzten Wochen etwas aufgetaut haben soll und unser Russland-Visum inzwischen zu laufen begonnen hat. Der nicht stattfindende Strassenunterhalt lässt aber darauf schliessen, dass hier kaum noch Grenzverkehr herrscht, denn es liegen immer wieder Felsbrocken auf der Fahrbahn, die umfahren werden müssen.

Nach etwa 8 Kilometern erreichen wir den leeren Zollhof und einige halbfertige Häuser. Eine geschlossene Schranke versperrt den Weg über eine Brücke und somit auch über die Grenze. Weit und breit sind keine Aktivitäten eines Grenzverkehrs auszumachen.

In Gori, dem Geburtsort Stalins, machen wir eine Pause. Wir besichtigen das kleine Ziegelsteinhaus, in dem der Despot und bekannteste Georgier geboren wurde. Gleich gegenüber befindet sich das palastähnliche Stalin-Museum. Ein lange Treppe und ein absolut desinteressiertes Personal lässt uns dem Museum schnell den Rücken zuwenden. Ausser Fotografien und einigen persönlichen Gegenständen Stalins gibt eh nicht viel zu sehen. Da gefällt es uns auf dem unter einer eindrücklichen Zitadelle gelegenen Grossen Zentralmarkt mit seinen Markthallen und dem Basar schon viel besser. Hier können wir uns mit frischem Obst und Gemüse eindecken und bekommen immer wieder etwas zum Naschen. In Armenien wie in Georgien ist der Markt immer noch der Ort, wo sich die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Dingen des Alltags eindeckt. Supermärkte sucht man hier (noch) vergebens.

Markthalle in Poti

 

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