Malaysia  und Thailand

Reise Fotoberichte

Die Tagesetappen sind jeweils nur kurz. Immer wieder entdecken wir entlang der 800 Kilometer langen malayischen Ostküste wunderschöne Plätze, die zum Verweilen einladen. Ein Camperparadies par excellence!

Kota Bharu liegt am nördlichsten Punkt der Ostküste von Westmalaysia. Es ist ein geschäftige Stadt mit einem Grenzübergang zu Thailand. Sehenswert ist das "Kelantan Kultur Zentrum". Hier kann man kulturellen Vorführungen wie Drachenfliegen, Selbstverteidigung, Trommeln, Kreiseldrehen und Tanzvorführungen beiwohnen. Ein besonderes Erlebnis ist aber auch der Besuch der grossen Markthalle.

Die Marktfrauen bieten eine Vielzahl uns unbekannter Früchte und Gemüse an. Die Auswahl an Fischen und allerlei Meeresgetier ist riesig. Trotz der tropischen Wärme wird die Ware frisch und geruchlos präsentiert. Man freut sich über unser Interesse, denn Touristen verirren sich offensichtlich nur selten hierher.

Das relativ kühle Klima der Cameron Highlands ermöglicht den Anbau von Obst und Gemüse, welches im feuchtheissen Klima der Niederungen nicht gedeihen könnte. So werden Blumenkohl, Salate, Spargeln, Pilze, Erdbeeren, Obst usw. angeboten, was eine erfreuliche Abwechslung für unseren Menüplan bedeutet. In den Seitentälern befinden sich grosse Teeplantagen. Die bergige Landschaft sieht da aus wie von einem Plüschteppich überzogen. Schmale und zuweilen sehr steile Strässchen führen durch die Plantagen zu den Teefabriken, deren Produktionsablauf - vom Waschen und Verlesen der Blätter bis zum Dörren und Verpacken - man besichtigen kann.

Noch vor wenigen Jahren diente diese Gegend den Banditen als Unterschlupf, und Überfälle waren an der Tagesordnung. Durch rigorose Säuberungsaktionen durch die Polizei hat sich die Situation gebessert. In einem kleinen Nationalpark am Hat Chao Mai Beach finden wir einen traumhaft schönen Platz, wo unser Transit direkt am Strand geparkt wird. Aus dem Wasser erhebt sich einer der in dieser Gegend so typischen Kalksteinfelsen. Bei Ebbe ist die Insel durch eine Sandbrücke mit dem Festland verbunden. Am Abend kommen einige einheimische Familien zum Fischen. Da der Strand flach ist, waten die Fischer mit an Stangen befestigten langen Netzen durchs Wasser, bis es ihnen zur Brust reicht. Dann wird ein Halbkreis beschrieben, und in dieser Formation waten sie langsam zurück an den Strand. Sofort wird der Fang begutachtet.

Die gute und verkehrsarme Hauptstrasse führt nach Ranong sehr nahe der burmesischen Grenze entlang ins Landesinnere. Auf diesen Streckenabschnitt freuen wir uns ganz besonders, in der Hoffnung, einen Blick in dieses geheimnisvolle und verschlossene Land werfen zu können. Doch das Wetter macht diese Hoffnung zunichte, denn es regnet in Strömen. Nach und nach kommt auch ein heftiger Sturm auf. Schon sind einige Bäume entwurzelt worden. In Chumphon, wo wir auf die wichtigste Hauptstrasse treffen, müssen wir tanken. Dies ist jedoch infolge eines durch den Sturm verursachten Stromunterbruchs nicht möglich. Wir dürfen aber in den Serviceraum der Tankstelle fahren, um so von unseren Reservekanistern nachzufüllen. Da der Raum vorne und hinten offen ist, ist das alles andere als einfach. Wir müssen uns bei den enormen Böen mit aller Kraft festhalten, um nicht fortgeweht zu werden. Draussen fallen die Kokosnusspalmen reihenweise um, und losgerissene Tafeln und Bleche fliegen mit grosser Geschwindigkeit durch die Luft. Nach etwa drei Stunden lässt der Sturm etwas nach, und wir entschliessen uns zur Weiterfahrt. Was sich nun unseren Augen bietet, ist ein Bild der Verwüstung. Entwurzelte Bäume liegen reihenweise auf der Strasse. Mit Motorsägen wird die Fahrbahn wenigstens einspurig freigemacht. Nebenstrassen sind unpassierbar und werden es vermutlich noch tagelang bleiben. Wo man hinschaut, nichts als Trümmer. Die einfachen Häuser, üblicherweise aus Holz, Wellblech und Palmblättern errichtet, sind total zerstört, dem Erdboden gleich. Nur stabiles Mauerwerk hat das Inferno überstanden. Menschen suchen in den Trümmern und im überschwemmten Umfeld nach ihren Habseligkeiten.

Nahe der kambodschanischen Grenze entlang geht’s dann nordostwärts, durch riesige Reisfelder dem Mekong entgegen. Die Ernte ist zur Zeit in vollem Gange. Mühsam wird mit dem Krummesser Büschel um Büschel geschnitten und dann zum Dreschplatz getragen. Auch das Dreschen ist harte Knochenarbeit. Trotzdem wird auch hier viel gelacht und geschwatzt. Die benachbarten Familien helfen einander bei der Ernte. Als Lohn werden sie mit reichlichen Mahlzeiten verpflegt. Halten wir einmal an, um bei der Arbeit zuzusehen, wird uns freundlich zugerufen und -gewunken. Die Fröhlichkeit dieser Menschen darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Region die ärmste des Landes ist. Hier lebt ein Drittel aller Thailänder auf trockenem und unfruchtbarem Boden vom Reisanbau, von Tapioka und Mais, von Baumwolle und Jute. Missernten sind häufig, entweder auf Grund ausbleibenden Regens oder aber als Folge von Überschwemmungen, wenn der Mekong wieder einmal über seine Ufer tritt. Mit ein Grund dafür dürfte wohl auch der Kahlschlag an den Wäldern sein.

Dann gelangen wir wieder in die Ebene und erreichen Sukhothai, die älteste Königsstadt des Thai-Reiches, welche schon im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Sie war die Hauptstadt der Fürstentümer des heutigen Nordthailands und fasste diese zu einem Thai-Grossreich zusammen. Der Regierungsstil der Sukhothai-Könige gewährte dem einfachen Volk viele Freiheiten. Den Untertanen waren weder Steuern noch Handelsbeschränkungen auferlegt. Der König liess an einem Tor eine Glocke aufhängen. Fühlte sich ein Bürger von Unrecht und Sorgen bedrückt, die er seinem Herrn und Gebieter mitteilen wollte, konnte er an der Glocke läuten. Der König erhörte den Ruuf, untersuchte den Fall und traf eine gerechte Entscheidung. Dies ist in dem ersten Schriftzeugnis aus dieser Zeit festgehalten, das sich im Nationalmuseum in Bangkok befindet.

Die gut erhaltene Anlage mit ihren vielen Chedis, Stupas und riesenhaften Buddhafiguren ist faszinierend. Touristen sind hier kaum zu sehen, denn diese werden zur näher bei Bangkok gelegenen, bekannteren Königsstadt Ayutthaya gefahren, welche Sukhothai um 1350 ablöste. So ist es vor allem am Abend, wenn es nicht mehr so heiss ist, ein Genuss durch die geschichtsträchtige Anlage zu spazieren. Die untergehende Sonne färbt die spitzen Türme und die Teiche mit den vielen Lotusblumen golden. Niemanden stört es, dass wir unser Nachtlager an einem der Teiche aufschlagen.

Begegnung der unterschiedlichen Art in Nordthailand

Wir befinden uns nun im berüchtigten "Goldenen Dreieck". Es handelt sich dabei um ein mehrere hundert Quadratkilometer grosses Gebiet, das sich über die Grenzregionen des Dreiländerecks Burma, Laos und Thailand erstreckt. Hier werden wohl immer noch rund drei Viertel des Weltopiums produziert. Thailand hat in den letzten Jahren jedoch grosse Anstrengungen unternommen, den Opiumanbau zu unterbinden. Das bergige, schlecht zugängliche Gebiet wird von verschiedenen Bergvölkern bewohnt, die teilweise erst vor wenigen Jahrzehnten einwanderten. Einige dieser Völker stammen aus der Region Tibet, andere aus China. Dank ihrer Isoliertheit konnten die Stämme ihre Sitten und Gebräuche seit Jahrhunderten unverändert bewahren. Sie verfügen über ein eigenes Sozialsystem und eine eigene Sprache. Im Unterschied zu den buddhistischen Thais gelten die Stammesangehörigen der Bergvölker als Animisten, d.h. sie sind sich einig in ihrem Glauben an zahlreiche gute und böse Geistermächte, die, wenn auch unsichtbar, ihre unmittelbare Umwelt beleben. Auch in Kleidung und Schmuck unterscheiden sich die verschiedenen Stämme. Die Frauen vom Stamm der Hmong zum Beispiel tragen hohe, mit bunten Perlen, Silbermünzen und Bändern geschmückte Mützen. Das schwarze Kleid ist mit vielen bunten Stickereien verziert und um den Hals tragen sie weiteren Silberschmuck. Die Stammesangehörigen der Karen hingegen tragen einfache, gewobene Kleidung und verzichten auf schweren Silberschmuck.

Ausserhalb der Stadt liegt das Dorf Bor Sang, wo man in den verschiedenen Handwerksbetrieben den Silberschmieden, Schirmmachern, Seidenwebern usw. bei der Arbeit zuschauen kann. Das Dorf ist aber vor allem für seine Schirmmacher berühmt. Das Gerippe der Schirme wird aus Bambus hergestellt. Für den Schirm selbst wird 'sa'-Papier benutzt, welches aus der Rinde von Maulbeerbäumen gewonnen wird. Die Papierherstellung ist ein sehr aufwendiger Prozess. Zunächst lässt man die Rinde für 24 Stunden sich mit Wasser vollsaugen, dann wird sie mehrfach gekocht, abgespült, weichgestampft und zuletzt in der Sonne getrocknet. Mit weissem Leim wird das Papier an den Streben des Schirms befestigt. Wenn alles getrocknet ist, werden mit grosser Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit bunte Muster in Ölfarben aufgetragen. Jeder Schirmmacher hat sich auf besondere, ihm eigene Designs spezialisiert, z.B. Blumen, Vögel oder Drachen.

Etwas ausserhalb der Stadt passieren wir wieder einmal ein schönes Kloster. Es gibt in ganz Thailand etwa 28’000 Klöster mit rund 234’000 Mönchen. Die Mönche in ihren safrangelben Roben werden auch Bettelmönche genannt, da sie ihr Essen frühmorgens, noch vor Sonnenaufgang, von der Bevölkerung erhalten. Mit einem "wai", der traditionellen Ehrbezeichnung und Grussgeste, legen die Gläubigen ihre Gaben, meist Reis, Fisch, Gemüse oder andere Beilagen in die schwarze Schale der Mönche. Anschliessend knien sie sich nieder, denn durch das Spenden der Opfergaben erwirbt sich der Gläubige besondere Verdienste für sein zukünftiges Leben.

Wieder zurück in Kanchanaburi, ergänzen wir auf dem Markt unsere Vorräte. Wie schon in Malaysia ist auch hier das Einkaufen auf den Märkten ein besonderes Erlebnis. Das überaus vielfältige Angebot wird liebevoll und frisch präsentiert. Man kann immer wieder Neues entdecken. Ein sympathisches Lächeln der Marktfrauen ist dem interessierten Besucher gewiss.

Bangkok wird von uns auf dem Rückweg auf Nebenstrassen grossräumig umfahren. Südwestlich der Hauptstadt liegt der ‘Garten Thailands’, ein grosses Obst- und Gemüseanbaugebiet, das von zahlreichen Klongs durchzogen ist. Auf diesen Wasserstrassen wird ein grosser Teil der Ernte transportiert. Sie dienen aber auch als Verkehrsweg für die Bevölkerung. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass in dem kleinen Ort Damnoen Saduak immer noch ein sehr malerischer schwimmender Markt existiert. Von einer Brücke können wir in aller Ruhe das Handeln beobachten. Die kleinen und schmalen Boote sind mit verschiedensten Früchten und Gemüsen beladen und werden dichtgedrängt, hauptsächlich von Frauen, mit ruhigen Bewegungen gerudert. Alle tragen einen hellen Strohhut, der vor der intensiven Sonnenbestrahlung schützt. Die Ware wird von Boot zu Boot getauscht oder verkauft.

Traumhaft: Der Süden Thailands

Eine Autofähre bringt uns auf die vor der Ostküste gelegene Insel Ko Samui. Die ruhigen Zeiten dieser schönen Insel sind zwar vorbei, denn immer mehr Touristen finden den Weg hierher. Entsprechend viele Bungalows- und Hotelanlagen gibt es schon. Andererseits sollte die Insel mit einer Länge von zwanzig und einer Breite von vierzehn Kilometern gross genug sein, um noch einen ruhigen Strand aufzuweisen. So quälen wir unseren Transit durch steile und ausgewaschene Strässchen, um einen romantischen, möglichst abgelegenen Platz zu finden. An einer besonders steilen Passage passiert es dann, dass die Räder in die tiefen Wasserrinnen rutschen und die Hinterachse nun aufliegt. Die Räder drehen nur noch hilflos in der Luft. Wir versuchen, mit Unterlegen von Steinen den Rädern Halt zu geben. In diesem steilen Gelände kann ich aus dem Rollstuhl kaum helfen. Nach einer Stunde kommen zwei Franzosen mit einem Motorrad. Sie erkennen unser Problem und helfen tatkräftig mit. Nach einer weiteren Stunde schweisstriefender Arbeit sind wir aus dieser misslichen Lage befreit. Als Dank revanchieren wir uns bei den beiden mit einem Nachtessen in einem netten Restaurant.

Am nächsten Tag werden wir an der Ostseite der Insel doch noch fündig. An einem langen, flachen Strand, dicht von Kokospalmen gesäumt und weit und breit kein Mensch in Sicht, lassen wir uns nieder. Eine Woche lang geniessen wir das Robinsonleben. Es ist mittlerweile anfangs Dezember. In dieser Idylle schreiben wir tagelang Weihnachtsgrüsse an unsere Freunde und Bekannten zu Hause.

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